Weiches gesundes Baby- & Kinderhaar. Oder: Die Shampoo-Falle

haarpracht

Wer sich für eine natürliche Körperpflege interessiert, wird es vermutlich schon gehört haben: Shampoo tut uns eigentlich nicht gut und zerstört die natürliche Talgbildung auf unserer Kopfhaut für unsere Haare; Talg wird somit im Übermaß produziert und das Haar fettet innerhalb weniger Tage extrem nach. Dann beginnt erneut der Griff zum Shampoo, um das Fett wieder von den Haaren zu bekommen. Doch es ist ein Teufelskreis und wenn ihr gerade Nachwuchs bekommen habt oder eure Kinder noch jung sind, tut ihnen einen Gefallen und verwendet kein Shampoo (mehr).

{Natürlicher Rhythmus}
Meine Kinder sind zurzeit 1 1/2 Jahre und 2 1/2 Jahre alt und ich habe bei beiden noch nie Shampoo verwendet. Wir waschen sie auch generell eher selten und wenn, dann eben nur mit Wasser. Manchmal käme ich danach ihr Haar und das wars dann auch schon wieder mit der ganzen Haarpflege.
Meine Tochter (2 1/2 Jahre) hat bereits recht lange Haare (bis über die Brust) und obwohl sie ein energiegeladenes Bündel ist und das tut was alle Kinder in dem Alter so machen (Essen ins Gesicht und auf die Haare schmieren, durch Staub und Matsch laufen, krabbeln und kriechen, Purzelbäume schlagen, etc etc) hat sie echt sehr schöne Haare, so dass es mich selber oft schon wundert.
Irgendwann habe ich damit begonnen, ihre Haare ein wenig zu beobachten. Und dabei ist mir aufgefallen, dass ihre Haare ein Art natürlichen Rhythmus haben und es durchaus Tage gibt, an denen ihre Haare eher schwer, „fettig“ und nicht ganz so strahlend aussehen, doch am nächsten Tag sind die dann plötzlich – ohne sie gewaschen oder gekämmt zu haben – total weich, schön und wieder strahlend. Ganz von alleine. Einfach so.

{Wozu denn Shampoo?}
Da frage ich mich schon, warum wir bei unseren Kindern – die noch so natürlich sind und wo der Körper noch ganz normale Reaktionen setzt – zum Shampoo greifen sollten. Wir bringen dadurch nur ein Ungleichgewicht in die Talgproduktion und beleidigen die Kopfhaut mit diesen Chemikalien. Klar gibt es auch „Bio-“ und „Naturkosmetik-Shampoos“ etc … Aber wozu denn? Die Haare sind auch so sehr wunderschön und gepflegt. Nur mit Wasser und ein bisschen kämmen. Später einmal werden sie vermutlich auch nie zum Shampoo greifen müssen und dankbar darüber sein, wie natürlich und einfach ihre Haarpflege sein wird.

{Nie mehr Shampoo}
Der Weg „Weg vom Shampoo“ ist für uns Erwachsene, die schon Jahrzente lang in der Shampoo-Falle stecken, etwas schwieriger, aber nicht unmöglich.
Ich habe sehr lange Haare und mich hat die Methode „Only With Water“ (also nur mit Wasser waschen) schon seit einigen Jahren interessiert. Ich habe dann so ziemlich alles ausprobiert, was ich im Internet gefunden habe, um auf Shampoo verzichten zu können.

Angefangen hat es mit Haarwaschseifen, die ich anfangs super fand, aber mit der Zeit hatte ich kein befriedigendes Haargefühl mehr mit diesen Seifen. Dann kam Natron-Wäsche mit Saurer Rinse – Das war etwas, das ich überhaupt nicht mochte und gar keine guten Ergebnisse schaffte…
Der nächste Schritt war dann selbstgemachtes „Roggenmehl-Shampoo“, von dem ich anfangs auch total begeistert war, doch auch hier fanden meine Haare und ich auf Dauer keine Zufriedenheit.
So griff ich nach ein paar Wochen Shampoo-Freiheit immer wieder erneut zur Chemie-Keule (mehr oder weniger), um wieder ein schönes frisches Gefühl auf meiner Kopfhaut und für meine Haare zu erlangen.

Zurzeit bin ich bei Wascherde angelangt. Mein Mann ist begeistert und wäscht seit Monaten nur noch damit – er wird wohl nie wieder zu einem Shampoo greifen.
Auch ich war anfangs wieder total davon begeistert, hatte aber nach ein paar Wochen erneut einen Einbruch und nahm mein altes Shampoo, da mir meine Haare zu fettig und ungepflegt erschienen.

{Kämmen statt bürsten}
Und dann kam das große Aha-Erlebnis: Ich hatte ja schon öfter gelesen, dass man beim Umstieg vorallem auch gut darauf achten sollte die Haare regelmäßig und am besten 100 Bürstenstriche pro „Bürstung“ zu bürsten.
Da meine Bürsten aber jedoch irgendwie so schnell immer staubig, schmutzig, fettig wurden – wenn ich das Shampoo wegließ – verging mir das bürsten immer sehr schnell.
Und dann sah ich einen Artikel von den Yao Frauen, die angeblich die längsten Haare der Welt besitzen.
Auf einem Foto sah ich die Ladies in einem Fluss stehen, Kopfüber gebeugt, die Haare im Wasser und was taten sie? Sie kämmten! Mit einem Kamm.
Sofort musste ich an meine Jugend denken: Denn da habe ich meine langen Haare oft gekämmt, während ich abends vor dem TV saß. Und damals hatte ich auch immer schon sehr schöne Haare.

Also? Was sagte mir das? Ich begann also zusätzlich zu meiner Pflege mit Wascherde nun auch meine Haare regelmäßig zu kämmen. Und zwar nicht nur im trockenen Zustand, sondern schon auch mal gleich unter der Dusche – kopfüber mit Wasser, so ähnlich wie die Yao Frauen.
Und ich muss sagen: Ich mag meine Haare jetzt richtig gerne. So lange wie jetzt habe ich noch nie ohne Shampoo „ausgehalten“ und ich glaube (auch wenn ich es nicht verschreien möchte), dass auch ich jetzt nie wieder zum Shampoo greifen werde :)
Der nächste Schritt ist dann, immer weniger Wascherde zu benutzen, sodass ich bei meinem Ziel, nur mit Wasser zu waschen, ankommen kann, juhu!

An die Kämme, fertig, los!

{Fazit}
Den Umstieg mit dieser wochenlangen Prozedur – bis man endlich wieder ein schönes Gefühl mit den Haaren hat – könnten wir unseren Kindern ersparen, indem wir bereits von klein auf gar nicht damit anfangen.
Ich werde das auf jeden Fall für mich und meine Kinder so beibehalten und meinen eigenen Haaren nur noch Gutes tun, indem ich eben nicht viel damit tu :)

Versuch es doch auch und beobachte die Haare deines Babies oder deiner Kleinkinder, wenn du bei ihnen nicht (mehr) zum Shampoo greifst.
Und keine Angst: Ihre Haare werden nicht grauslig oder stinkig und wenn doch (warum auch immer), kannst du ja immer noch mit der Shampoo-Falle beginnen …

{ Lest euch dazu auch unbedingt die Artikel von HappyGaia durch }

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In dankbarer Liebe
Ariella Sophie

2 Kommentare zu “Weiches gesundes Baby- & Kinderhaar. Oder: Die Shampoo-Falle”

  1. Liebe Ariella Sophie, Danke für deinen Beitrag. Ich habe das selbe Problem und würde so gerne auf das Shampoo verzichten- hab auch schon alle Varianten ausprobiert und nie ein gutes ergebniss gehabt. Entweder hab ich die Haare immer als Dud gehabt und sie so versteckt oder drüber nachgedacht sie zu Dreads zu machen. Aber ich werde es mit dem Kemmen versuchen – bin gespannt Danke 😉

    1. Liebe Renee, super, freue mich wenn du mir dann davon berichtest, wie es bei dir klappt! :)
      Unter der Dusche kämmen ist schon richtige Arbeit, denn da geht das Kämmen bei nassen Haaren noch viel schwerer. Dabei gehen auch einige Haare aus (zumindest bei mir und da sie so lang sind, wirkt es noch viel mehr) – aber ich empfinde das als positiv, da es sich für mich anfühlt als würden die alten abgestorbenen Haare und der ganze „Dreck“ da gut abgehen und die restlichen Haare deshalb schön werden/bleiben, statt (zu) fettig :)

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