Vorbereitung Allein-Geburt. Oder: Mehr nach innen

ruhe
Für Geburten werden heutzutage sehr viele Dinge im Außen vorbereitet. Da gibt es Check-Listen mit Besorgungen und mit Wünschen, wie die Geburt verlaufen sollte.

Im Krankenhaus stehen Geräte zur Verfügung, Ärzte, Schwestern, diverse Utensilien von Geschirrln über Tücher, aber auch die Geburtszange oder die Saugglocke, das Krankenhaus-Bett, bei Bedarf eine Wanne, und auch der Wehentropfen, etc, etc.
Für die Hausgeburt empfiehlt die Hebamme Handtücher, Einweg-Unterlagen, Eimer, Windeln, Wochenbett-Höschen, … für die Geburt gibt es ein Gerät, um die Herztöne abzuhören, es gibt homöopathische und/oder anthroposophische Tropfen, etc etc.
Es gibt Vorbereitungskurse, bei denen man Geburts-Stellungen, Massage-Techniken und Atem-Übungen kennenlernt.
Viele Vorbereitungen und Mittel, die alle im Außen liegen. Dabei wäre die innere Einstellung der Mutter viel wichtiger, als alles was man im Außen finden kann.
Bei der Allein-Geburt lassen wir große Vorbereitungen mal beiseite und kümmern uns im Vorfeld um diese wichtigeren Dinge. Wir wenden uns gezielt nach Innen.

{Du und dein Baby}
Das ist im Grunde alles, was du für deine Allein-Geburt benötigst.
Du brauchst eigentlich keine Hilfsmittel von außen, keine Geräte, keine Utensilien, keine anderen Menschen.

{Eine Geburt ist nicht planbar}
Egal ob du die Vorstellung einer Wasser-Geburt schön findest oder entzückt wärst, wenn dein Freund dich bis zum Schluss massiert, oder eine spezielle Musik im Hintergrund genau zum Zeitpunkt der Geburt laufen soll: Eine Geburt ist einfach nicht planbar.
Es passiert wann es passieren soll, und auch dort wo es passieren soll.
Natürlich kannst du dir eine Wanne vorbereiten oder ein Zimmer, das dir romantisch und kuschelig erscheint und deine Kerzen anzünden.
Aber wenn es losgeht, könntest du die Erfahrung machen, dass deine Allein-Geburt an einer ganz anderen Stelle stattfindet oder andere geplanten Dinge gar nicht genutzt oder bewusst wahrgenommen werden.

Und das ist so auch vollkommen in Ordnung.
Viele überschätzen das „Setting“ für die Geburt. Viele stellen sich eine romantische, kuschelige und ruhige Atmosphäre im Außen vor. Natürlich kann dir dies während dem Geburtsprozess sehr behilflich sein und du kannst dich durchaus mit kleinen Hilfsmitteln wie Musik und Kerzen in einen entspannten Zustand bringen. Doch während der tatsächlichen Geburt ist das Außen mehr oder weniger belanglos.
Dann sollte man sich wirklich nach innen richten und das Außen wird vergessen.

{Nach innen richten}
Um dich nach innen zu richten ist es sehr wichtig, dass du so weit wie möglich entspannt bist. Deine Gedanken sollten im Jetzt sein und dich nicht von der Gegenwart ablenken. Denke während deiner Allein-Geburt nicht an Dinge, die du jetzt noch „brauchst“ oder glaubst haben zu müssen. Du hast alles was du brauchst: Dich und dein Baby. Ihr seid All-Ein. Mehr ist nicht nötig.

Wenn du das verstanden hast, wird die volle Kraft zu dir kommen und du kannst dich auf dich und dein Inneres vollkommen konzentrieren.
Lasse einfach los und gib dich dem Moment hin. Halte nicht fest, und habe keine Angst. Alles ist im Fluß und es passiert einfach. Du bist mehr oder weniger nur Zeuge. Du gebärst dein Kind nicht wirklich aktiv, dein Kind wird durch dich geboren.

{Weniger ist mehr}
Es gibt heutzutage einige Bücher über Allein-Geburten, über selbstbestimmte Geburte, über diverse Geburtsmethoden wie zum Beispiel HypnoBirthing oder OrgasmicBirth. Das ist alles schön, wertvoll und fantastisch. Es sind Dinge die einen während der Schwangerschaft gedanklich festigen und unterstützen können.

Doch meine Wahrheit ist: Weniger ist mehr. Auch für die Allein-Geburt.

Meine Erfahrung war, dass ich zum Zeitpunkt meiner Allein-Geburt sogut wie keine gelernten Techniken einsetzen konnte – es war alles wie vergessen oder ich hatte einfach keine Bedürfnisse danach.

In Wahrheit brauchst du ja auch nichts. Du und dein Baby – ihr seid ja schon vollkommen. Und ihr seid für eine natürliche Geburt ausgerichtet. Von Natur aus.
Es ist wie atmen oder essen, wie laufen oder Fahrrad fahren. In Wahrheit macht das dein Körper mit Hilfe deines Babies ganz von alleine, wenn du ihn lässt und nicht anfängst darüber nachzudenken wie das jetzt gehen soll, Angst bekommst und selbst willkürlich einschreiten möchtest.

{Das Wichtigste: Habe keine Angst und entspanne}
Eine Allein-Geburt ist generell für jede Frauen zu empfehlen, die sich schon während der Schwangerschaft (oder ja vielleicht schon idealerweise davor) damit beschäftigt haben und die stark in sich spüren, dass diese Idee der Geburt großartig ist.

Für jene Frauen, die überschwänglich und freudig mit dieser Methode in Resonanz gehen, ja für diese Frauen ist es der richtige Weg.
Frauen die sofort in die Angst gehen, den Kopf schütteln oder dies generell als absurde Idee abstempeln – für diese Frauen gibt es ja noch die Krankenhäuser und die Hebammen für die Hausgeburt.
Bitte entscheide dich nicht aus den falschen Gründen für eine bestimmte Art von Geburt.
Nicht aus Geld-Gründen, nicht weil der Partner etwas anderes möchte oder weil dir andere Gegebenheiten in den Weg gelegt werden. Höre du einfach auf dein Herz, deine Überzeugung und deine Wünsche.
Wenn du den Wunsch einer Allein-Geburt hast, aber deswege trotzdem in Ängsten stecken, dann versuche erst deine Ängste zu erkennen und sie zu transformieren. Überlege dir, vor was du eigentlich Angst hast und wie du diese Angst umwandeln könntest.

Nur wenn da keine Angst ist und du mit voller Überzeugung den Weg der Allein-Geburt gehen willst, dann kannst du gut entspannen.
Denn da wo Angst ist, ist Verspannung und keine Chance für Entspannung.
Und ein verspannter Muttermund ist nicht das, was du für die Allein-Geburt brauchst.
Du brauchst tiefe Entspannung, und tiefes Los-Lassen, tiefe Meditation und volle Konzentration auf das Hier und Jetzt.
Während dem Geburtsprozess mag es sein dass ein Gefühl der Angst wieder kommt: Lass es einfach da sein und wieder gehen – halte nichts fest, lasse los – schreite nicht ein, sei passiv und lass deinen Körper instinktiv tun, was er tun möchte. Schreie, stöhne, laufe, sitze, trinke, wechsle den Raum, gehe in die Wanne, … Höre auf deinen Körper.

{Affirmationen}
Ein sehr hilfreiches Thema in diesem Zusammenhang ist das tägliche Aufsagen während der Schwangerschaft von Affirmationen.
Affirmationen sind positive Sätze, die deine alten Gedankenmuster aufbrechen. Sie werden in der Jetzt-Form formuliert und einige Male wiederholt. Am Besten immer, wenn du Zeit hast. Je öfter und je intensiver du in deine Affirmationen gehst, desto mehr wird es in deinem Unterbewusstsein ankommen und verankern. Lasse die Worte vor deinem geistigen Auge erscheinen und konzentriere dich Bewusst auf dein Gesagtes.
Du kannst es als entspannte Mediation betrachten, indem du dich in Ruhe an einen bequemen Ort begibst und dort deine Sätze laut an dich selbst sagst.

Formuliere dir deine Affirmationen am besten selbst. In deiner Sprache, mit deinem Wortschatz, aber achte darauf, mit deiner Affirmation auch genau das auszudrücken, was du möchtest.
Es sollte darauf geachtet werden, dass sie prinzipiell positiv und immer in der Gegenwarts-Form formuliert sind.

symbol_small Solche Affirmationen können lauten:

Ich bin frei und lasse los.
Meine Geburt ist wunderschön.
Ich bin in meiner Mitte.
Mein Baby und ich arbeiten in Harmonie.
Ich vertraue meinem Körper. Er weiß, was er tut.
Ich Atme ruhig, tief und langsam.
Die Geburt meines Kindes ist einfach, sicher und angenehm. 

Mein Muttermund ist bei der Geburt weit und offen. 

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Diese Affirmationen helfen dir bereits in der Schwangerschaft und sind vermutlich die Beste Vorbereitung auf eine Angst-freie und entspannte Geburt. Denn diese Sätze verankern sich in deinem Unterbewusstsein und werden während der Geburt auch nicht vergessen – sie sind automatisch Teil von dir und geben deinem Körper die nötigen Impulse.

{
Materielle Dinge für den Beutel der Geburts-Reise}
Ein paar Dinge braucht man ja dann doch.
Zum Beispiel Wochenbett-Einlagen für deine Blutung nach der Geburt.
Eine Schüssel, in die du die Plazenta geben kannst.
Kleidung und (Stoff-)Windeln (außer du praktizierst von Geburt an die Windel-Freiheit) für dein Baby, oder einfach eine kuschelige Decke.
Während der Geburt verlierst du mehr oder weniger Mengen an Blut. Dir sollte also bewusst sein, dass du nicht unbedingt über deinem Lieblings-Teppich gebärst :) Sondern besser über Fließen, die man leicht säubern kann, im Wasser oder sogar im Freien. Ansonsten solltest du dir vermutlich eine Unterlage deiner Wahl für die Geburt besorgen.
Aber im Grunde: Mach dir nicht jetzt schon so viele Gedanken um das danach – genieße das Jetzt. Es gibt nichts wichtigeres als in der Gegenwart zu bleiben.

In diesem Sinne: Ich wünsche dir eine wunderbare Schwangerschaft und eine tolles Geburts-Erlebnis.

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In dankbarer Liebe
Ariella Sophie

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