Tabuthema Abtreibung. Oder: Das eigentliche Problem dahinter

schmetterling

Tabuthemen sind Heilig.
So auch das Tabuthema über den Schwangerschaftsabbruch.

{Abtreibung}
Zunächst einmal finde ich das Wort „Abtreibung“ so gar nicht passend und ich denke mir, dass keine Frau und Mutter ihr Kind abtreiben möchte.
Wenn wir dafür den Begriff „Schwangerschaftsabbruch“ verwenden, sind wir schon eher da, wo wir hinkommen wollen: Man möchte bloß die Schwangerschaft abbrechen Ja, man wünscht sich, man wäre gar nie schwanger geworden. Aber man möchte bestimmt nicht das Kind böswillig abtreiben. Verstehst du worauf ich hinaus möchte?

{Die Umstände}
Was veranlässt eine Frau die Schwangerschaft abzubrechen?
Nun. Ich denke, es sind eigentlich immer die Umstände, die nicht optimal erscheinen oder Angst machen. Man hat zu wenig Geld, man hat nicht den passenden Partner, man ist zu jung, man möchte lieber noch arbeiten, man möchte erst mal reisen, man ist überfordert oder man braucht einfach noch mehr Zeit.
Es geht aber in erster Linie niemals darum, das eigene Kind zu „töten“, es abzutreiben. Das ist nicht der wahre Beweggrund, der an erster Stelle steht. Es sind die Ängste und/oder die Umstände, die einen zum Schwangerschaftsabbruch bringen.

{Das Problem dahinter}
Eigentlich ist auch gar nicht der Abbruch das Problem in unserer Gesellschaft. Nein, ich bin dankbar, dass es die Möglichkeit gibt, dass jede Frau frei entscheiden darf, ob sie – auch wenn sie schon schwanger ist – bereit ist für ein Kind oder nicht.
Das Problem ist eigentlich, dass man uns von klein auf verschiedene Dinge rund um den weiblichen Körper beibringt (oder eben nicht beibringt), die uns später zwar vieles abnehmen, aber uns nicht wirklich weiterbringen.

Als junges menstruierendes Mädchen wird einem gelernt, wie man Binden und Tampons benutzt.
Wenn man neugierig auf Geschlechtsverkehr ist, hört man zig Möglichkeiten wie man verhüten kann und dass man ohne Verhütung sofort schwanger werden könnte.

Niemand bringt dir bei, wie du schon als Mädchen auf deinen Körper hören kannst. Wie du die Zeichen deines Körpers deuten kannst, um ihn jeden Tag besser zu verstehen.

Es wird dir alles abgenommen, du musst nicht darüber nachdenken. Oder bekommst eigentlich gar keine Möglichkeit darüber nachzudenken. Denn es ist ja so normal sich Tampons reinzustopfen oder sich Binden in den Slip zu legen. Vor dem ersten Geschlechtsverkehr läuft man zum Frauenarzt, um sich die Pille zu verschreiben oder sich andere Verhütungsmethoden anzusehen.

Aber wer sagt dir denn, dass du auch die freie Menstruation leben kannst? Dass das alles normal und in Ordnung und auch wichtig ist, was dein Körper da macht? Dass es alles einen Sinn hat und du Spaß daran haben kannst, das alles zu erforschen, um dich und deinen Körper zu verstehen?
Wer sagt dir, dass dein Zervixschleim im Laufe deines Zyklus unterschiedlich ist und du das beobachten kannst, um zu erfahren, wann dein Eisprung ist? Wer legt dir eine natürliche Verhütung (ohne Hormone, Metalle oder Gummi) ans Herz und schenkt dir und deinem Körper vollstes Vertrauen?
Ja …

Nicht die vielen Abtreibungen sind das „Übel“ – sie sind ein Hilfeschrei der Frauen.
Das „Übel“ ist das Unwissen über natürliche Verhütung und den eigenen Körper.

Keine Frau möchte sich für eine Abtreibung entscheiden müssen.
Wenn sie könnte, so würde sie einfach nur nicht schwanger sein wollen.

Du kannst dir selbst dieses Vertrauen und diese Verantwortung wieder geben.
Lerne dich und deinen Körper kennen. Finde zurück zur Natur und zu deiner Weiblichkeit.

{Abtreibung ist Mord}
Oft hört man diesen Satz, oft wurde er gesprochen: Abtreibung ist Mord.
Ich finde, jeder der diesen Satz von sich gibt oder diesen Satz vertritt, der hat das Leben (noch) nicht verstanden.
Denn wer das Leben verstanden hat, der weiß, dass jeder seinen eigenen Weg zu gehen hat und, dass man über diese Wege von anderen nicht zu urteilen hat.

Jede Frau, jede Mutter, die sich für einen bewussten Schwangerschaftsabbruch entschieden hat, hat vermutlich schon selbst viel zu erledigen mit ihren eigenen Emotionen. Da braucht man dann auch nicht noch jemanden, der mit dem Finger auf einen zeigt und einen deswegen verurteilt. Er hat ja auch gar kein „Recht“ dazu. Es ist nicht sein Leben und es geht ihn auch gar nichts an.

Jede Frau, jede Mutter, die einen Schwangerschaftsabbruch vor oder hinter sich hat, hat sich diesen Weg ausgesucht. Es ist ihr Weg und sie geht ihn alleine. Dieser Weg bringt sie ein Stück weiter in ihrem Bewusstsein, in ihrem Leben.

{Bereit für die Empfängnis}
Mir kommt es so vor, als wäre das alles Absicht. Als wäre das Absicht, dass wir Frauen immer weiter weg von uns selber kommen und unseren Körper gar nicht kennenlernen (so auch bei Männern).
Es steckt ja auch ein enormes Geschäftsmodell hinter all den willkürlichen, medizinischen oder hormonellen Verhütungsmethoden und den vielen Abtreibungen.

Ich glaube schon daran, dass es heutzutage einen Sinn hat, wenn man schwanger wird und empfangen hat.
Aber ich glaube, dass ein großer Teil davon ist, dass wir endlich aufwachen sollen, um die Verantwortung für uns und unser Leben wieder zu erlangen.

Frauen sollten – meiner Meinung nach – erst schwanger werden, wenn sie sich wirklich bereit dazu fühlen. (Wie gesagt: Nicht dass eine „ungeplante“ Schwangerschaft schlecht wäre – das meine ich nicht.)
Es ist eine ganz andere Energie und eine ganz andere Schwingung, wenn ein Paar miteinander bereit ist, jetzt eine Seele bewusst zu empfangen und dieses Fest zu feiern.
Es ist etwas ganz anderes, wenn du dir der Empfängnis bewusst bist und körperlich, seelisch sowie geistig darauf eingstellt bist und dies nun verwirklichen möchtest.

Ich war bei beiden meiner Schwangerschaften noch nicht wirklich bereit dafür. Es war ungeplant und ziemlich aus heiterem Himmel. Vorallem die erste Empfängnis.
Ich war zwar körperlich recht fit eine Schwangerschaft zu tragen, aber geistig sowie seelisch keineswegs. Es war eine Gefühlsachterbahn, ich verstand das alles nicht. Und ich wollte es so eigentlich nicht.
Dennoch war es mein Weg mich für meine zwei ersten Schwangerschaften zu entscheiden und meine zwei Erdenkinder auf die Welt zu holen.
Viel habe ich daraus gelernt, vieles hat mich bereichert, aber auch vieles hat mich nach unten gezogen, mir die Kräfte geraubt, mir meine anderen Wünsche verweigert.

Und ich wünsche mir nichts mehr, als dass ich es in diesem Leben noch erleben darf, eine bewusste und selbstbestimmte Empfängnis zu erfahren. Auf die ich mich von Anfang an freuen darf und für die ich komplett bereit bin.
Bereits der Geschlechtsakt würde ein emotionales und leidenschaftliches Fest der Empfängnis werden mit dem Grundgedanken jetzt die neue Seele in mich und den neuen kleinen Körper hereinzulassen.

{Schwangerschaft als Geschenk}
Eine Schwangerschaft/Empfängnis ist ein Geschenk. Auf jeden Fall.
Etwas oder jemand gibt dir da ein unübersehbares Zeichen. Wie du dann damit umgehst oder was du daraus für Schlüsse ziehst, liegt ganz bei dir.
Und niemand sollte dich dafür verurteilen.
Wer sagt denn eigentlich, dass ein Schwangerschaftsabbruch etwas Schlechtes ist? Nur weil diese Meinung vorherrscht und wir es so „lernen“ (eingetrichtert bekommen), bedeutet das noch lange nicht, dass es der Wahrheit entspricht.
Wieso kann dieses Erlebnis eines Abbruchs nicht auch ein Geschenk sein? Man lernt daraus, man kann sich etwas davon mitnehmen und es verändert auf jeden Fall dein Leben oder deine Denkweise auf einen bestimmte Art und Weise. Zumindest wenn du offen dafür bist und es zulässt und nicht versuchst zu verdrängen.

{Der Tod}
So… Der Tod.
Was ist das und was tut es mit uns?
Tod wird bei uns als etwas Negatives, Trauriges und Schlechtes dargstellt. Auch dies ist gesellschaftlich vorgegeben und entspricht nicht der Wahrheit.
Tod ist generell nur ein Übergang oder eine Transformation. Die Seele stirbt nicht. Sogesehen kannst du mit einem Abbruch auch niemanden „töten“ und es ist auch kein „Mord“. Der Seele geht es gut. Und die Seele weiß auch bereits vor der Empfängnis, dass sie bald wieder gehen wird.
Das macht ihr nichts. Sie weiß aus welchen Gründen und sie wollte es so erleben/erfahren.
Vielleicht entscheidet sie sich dafür, später einmal wieder zu dir zu kommen in Form von körperlicher Materie. Vielleicht auch nicht. Ganz egal. Es geht darum, dass man sich nicht schlecht fühlen muss, wenn man in sich spürt, dass ein Schwangerschaftsabbruch das Richtige für einen ist. Nur du weißt das und nur du kannst das entscheiden.

Und ich finde: Auch wenn ein Schwangerschaftsabbruch bewusst gewählt wurde, darf dieses Erlebnis und das Kind (das ja immer mit der Mutter verbunden ist) geliebt werden. Liebe kennt keine Hindernisse.
Und ein bewusster Abbruch bedeutet nicht, dass man das Kind nicht liebt.

Es ist etwas, das zwischen dir und dieser Seele ausgemacht ist. Vielleicht soll dich die Empfängnis auf etwas ganz anderes vorbereiten oder dich auf irgendeine Weise wachrütteln. Es heißt nicht unbedingt, dass ein Baby geboren werden muss. Auch ein Schwangerschaftsabbruch kann Teil deines Lebensweges sein und etwas Gutes.
Manchmal passiert es, dass ein Baby als Fehlgeburt oder Todgeburt von selber wieder verschwindet. Und manchmal wird es durch einen bewussten Schwangerschaftsabbruch gelöst. Alles davon ist in Ordnung.

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In dankbarer Liebe
Ariella Sophie

3 Kommentare zu “Tabuthema Abtreibung. Oder: Das eigentliche Problem dahinter”

  1. Danke für den Tabubruch und die liebevolle Darstellung! Du sprichst in diesem Artikel so viele wichtige Aspekte an! Bestimmt hast du zu einigen davon noch weitere Artikel geplant!

    Es gibt ja verschiedene symptothermale Methoden (und auch andere Möglichkeiten), seinen eigenen Körper besser kennenzulernen und fruchtbare von unfruchtbaren Tagen unterscheiden zu können. „Sympto“ aus der Schweiz achtet dabei auch sehr auf die Wortwahl. Sie sprechen zB von Liebesvereinigung und Lebenselixier (statt Schleim) <3

  2. Ich finde deine Seite sehr interessant und inspirierend. Beim Thema Schwangerschaftsabbruch habe ich mehr Fragen als Antworten. Darf ich mein Leben höher bewerten als das Leben eines (eventuell noch ungeborenem)Kindes? Darf ich das entscheiden , oder nur Gott? Wann beginnt das Leben? Beim verschmelzen von Ei und Samenzelle, wenn das Herz zu schlagen beginnt? Ab wann hat ein ungeborenes Kind Angst oder Schmerzen?
    Ich möchte niemanden verurteilen, der eine Schwangerschaft abgebrochen hat, meist kenne ich weder den Grund noch die Umstände. Wo ist aber der Unterschied zu einem Baby , was ungewollt empfangen und geboren wurde und kurz nach der Geburt stirbt, weil die Mutter sich nicht in der Lage sieht das Kind zu versorgen und es einfach unversorgt ablegt, oder in eine Tüte steckt, oder in den Müll wirft? Ich finde auch hier habe ich nicht das Recht die Mutter zu verurteilen.
    Für mich selbst aber muß ich die Verantwortung übernehmen, d.h. eine Schwangerschaft verhüten durch Verzicht an bestimmten Tagen , oder andere Methoden oder aber ich muß mich der Tatsache stellen den Wert meines Lebens gegen den Wert eines anderen Lebens aufzuwiegen, zu beurteilen, zu entscheiden. ( das gilt übrigens auch dann, wenn ich Fleisch und Wurst esse)
    Ich erhoffe mir hier noch viele gute Impulse und Gedanken.

    1. Hallo meine Liebe und Danke für deine Fragen.

      Nein, der Weg der Bewertung wäre ein unstimmiger Weg. Es geht nicht darum, sein eigenes Leben oder das Leben eines Anderen höher oder niedriger zu bewerten. Alles ist gleich.
      In meinen Augen ist jeder einzelne von uns Gott. Und jeder darf über sein eigenes Leben entscheiden und braucht sich nicht in eine Opfer-Rolle zu katapulieren.
      Wenn eine Frau sich mit einer (un)gewollten Schwangerschaft nicht gut fühlt und in sich spürt, dass es zum jetzigen Zeitpunkt (noch) nicht ihr Weg ist, warum sollte sie gegen sich und gegen ihre Gefühle ankämpfen und nicht auf sich selbst hören? Nur weil es die Gesellschaft so vorlebt, dass ein Schwangerschaftsabbruch ein „Skandal“ ist?
      Das Leben ist immer. Auch außerhalb von Körper und Materie. Die Seele des Kindes ist und war immer schon da – auch ohne Körper. Der Weg von reiner Energie in einen Körper und umgekehrt ist nur ein Übergang/eine Transformation.

      Da stimme ich dir zu – Man hat kein Recht jemandens Entscheidung zu verurteilen, denn man weiß nie wie der andere Mensch dazu kam oder warum er dies lebt. Jeder hat sich seine Erfahrungen selbst ausgesucht und wenn eine Kinderseele die Erfahrung eines Schwangerschaftsabbruches zusammen mit der gewählten Mutter erfahren möchte, warum sollten diese zwei Seelen das dann nicht untereinander so entscheiden und durchleben dürfen?
      Wenn die Mutter es SPÜRT was RICHTIG für sie ist, dann weiß sie es einfach, was zu tun ist.
      Das Problem heutzutage ist, dass sich jeder bei dem anderen einmischt und die Gesellschaft eine Norm vorgibt, von der man nicht abweichen darf. Und wenn, dann ist man ein Exote, ein Unmensch oder ein Irrer.

      Wichtig ist natürlich schon abzuwiegen aus welchen Gründen man zum Schwangerschaftsabbruch geht. Hat man bloß Angst vor Dingen, die in Wahrheit nicht so schlimm sind? Gibt es nicht eine einfache Lösung, dass diese Ängste verschwinden und man doch das Kind jetzt empfangen möchte?
      Oder spürt/weiß man einfach, dass man die Empfängnis wieder lösen möchte.

      Unzählige Fragen gäbe es noch zu stellen. Lange kann man alles verallgemeinern, darüber diskutieren und sich vorstellen „Was wäre wenn,…“ -> Aber letztendlich geht es um jeden einzelnen. Um jede individuelle Situation. Und zwar dann, wenn sie gegeben ist und mit den Gefühlen, die da daherkommen und die man dann erst spürt.
      Erst wenn man in der Situation ist, kann man über die Situation entscheiden.
      Und der wichtigste Faktor ist immer wieder: Wie fühlst du dich? Wie geht es dir damit? Was möchtest du wirklich?
      Und jede Antwort ist in Ordnung.

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