Die Hausgeburt. Oder: Warum mir der Öl-Mann Angst macht

zuhause

In Österreich hat man im Grunde 3 Möglichkeiten, wo man ein Kind auf die Erde bringen kann:

1.) Im Krankenhaus (Ärzte, Krankenschwestern, Hebamme(n); Krankenhaus-Geburt)
2.) Im Geburtshaus (Intensive Betreuung mit Hebamme(n))
3.) In den eigenen vier Wänden (meist mit Hebamme; Haus-Geburt, Allein-Geburt, …)

Die Geburt in den eigenen vier Wänden (= Hausgeburt) ist hierbei eine sehr schöne Wahl.

{Vorteile der Hausgeburt}
Die Vorteile einer Hausgeburt liegen auf der Hand:
Man ist einfach Zuhause und kann sich im gewohnten und liebevollen Umfeld fallen lassen.

Auf Wunsch kommt deine Hebamme vorbei und hilft dir während der Geburt mit ihren Mitteln und Wegen. Oder du machst es einfach ganz alleine (= Allein-Geburt).
Auf jeden Fall bist du dort wo du hingehörst: Zuhause. In den eigenen vier Wänden; dort wo man als Familie die nächsten Jahre miteinander verbringen wird und wo man sich am Geborgensten fühlt (oder fühlen sollte).

Du musst keine Koffer packen, nirgends hinfahren, keinen Stress bekommen weil du schon zu spät“ bist. Und  du darfst einfach auf deiner Couch, deinem Sessel oder in deiner Wanne Platz nehmen. Oder du gehst in deinen Garten, in deinen Keller oder auf den Dachboden. Fühl dich wie Zuhause! Mach was du möchtest und lass dich fallen.

Nach der Geburt kannst du dich sofort mit deinem Baby in dein Bett kuscheln, oder auf der Couch herumdösen. Du musst dir nicht überlegen, wann du wieder entlassen wirst oder wie anstrengend die Autofahrt sein könnte.
Nein, du bist schon an deinem Ziel angekommen. Und dein Baby auch.

{Sind Haugeburten üblich?}
Früher waren Hausgeburten Standard. Ins Krankenhaus ist man eigentlich nicht gefahren, außer bei schweren Komplikationen oder anderen Störungen.
Heutzutage ist es üblich in das Krankenhaus zu fahren – Viele denken gar nicht darüber nach, dass es da ja auch noch 2 andere Lösungen gibt. Das Krankenhaus hat sich mittlerweile so normalisiert, dass man oft sogar schon komisch angsehen wird, wenn man erzählt, dass man eine Hausgeburt geplant hat.
Viele meinen es wäre ja total gefährlich und Was, wenn etwas passiert?!“ … Nunja, auch im Krankenhaus kann etwas“ passieren. Sogar oft sehr viel mehr, als das Zuhause der Fall ist. Zuhause läuft eine Geburt meist total unspektakulär“ und einfach ab, ohne Komplikationen. Einfach weil man sich leichter hingeben kann und so schneller in den Fluss kommt.

Aber Gott sei Dank ist die Anzahl der Hausgeburten auch in Österreich wieder steigend und viele besinnen sich allmählich wieder, dass das Krankenhaus nicht der richtige Ort für neues Leben sein kann.

{Der Öl-Mann}
Letzten Winter haben wir einmal Öl für unsere Heizung bestellt. Als der Lieferant kam und mit mir in den Keller zum Öltank stieg, konnte er unsere große runde Badewanne wohl kaum übersehen, die dort herumstand. Nach einem neugierigen Blick auf die Wanne und einem Kommentar seinerseits, kam es schließlich irgendwie dazu, dass ich ihm erzählte, dass wir die Wanne für eine Hausgeburt (Wassergeburt) gekauft hatten.
Die Reaktion des Öl-Mannes schockierte mich beinahe: Nach einer kurzen Denk-Pause sah er mich skeptisch an und fragte: Ist eine Hausgeburt überhaupt legal?“ …

*seufz*

Ja meine Lieben. Eine Hausgeburt ist natürlich total legal und eine sehr gute Entscheidung, wenn man nicht ins Krankenhaus gehen möchte. Wenn man nicht so viel Personal um sich herumschwirren haben möchte. Und wenn man selbstbestimmt und in Ruhe sein Baby gebären möchte.

Ich konnte es kaum fassen, dass es hier in Österreich tatsächlich Menschen gibt, die glauben, dass eine Hausgeburt illegal sein könnte und die nur die Krankenhaus-Geburt kennen.
So sehr wird es uns schon eingetrichtert: Schwanger = Krankenhaus-Geburt.
Doch sind die Alternativen für so viele oft viel angenehmer…

{Der Mut der Frauen}
So braucht es heutzutage schon ein wenig Mut“ gegen den Strom zu schwimmen und sich bewusst für eine Hausgeburt zu entscheiden.
Vielleicht hat man Angst gegen die Meinung des Partners, der Freundin oder der Eltern zu sein. Doch sei dir stets bewusst: Du bist diejenige, die das Kind in sich trägt. Du bist diejenige, die das Kind gebären wird. Also bist auch du verantwortlich und hast die Entscheidung zu tragen, wo du dies machen willst.

Damals in dem HypnoBirthing-Kurs, den ich in meiner ersten Schwangerschaft besucht hatte, waren mit uns insgesamt 4 Pärchen und die Kursleiterin anwesend.
Die 3 Pärchen neben uns hatten bereits jeweils ein Kind. Alle wurden in Krankenhäusern geboren.
Auch für die aktuelle Schwangerschaft hatten sie die Krankenhaus-Geburt geplant.
Ich war die einzige Mama in dem Kurs, die zum ersten Mal schwanger war und für die die Hausgeburt ganz selbstverständlich war. Und noch dazu war ich die jüngste von allen.
Ganz exotisch wurde ich angeguckt, als ich in der Runde über die geplante Hausgeburt erzählte.
Und es machte mich ein klein wenig stolz, dass ich hier als Erstgebärende und jüngste Mama einen anderen Schritt ging, als die anderen Mamas.

Ich rufe euch auf auf euer Herz zu hören und zu spüren was ihr wirklich möchtet. Ist die Krankenhaus-Geburt wirklich sicherer als in Ruhe und Frieden Zuhause zu gebären? Ist die Krankenhaus-Geburt wirklich das, was du möchtest? Oder hast du nur Angst?

{Sicherheit}
Und ja: Eine Hausgeburt ist genau so sicher oder noch sicherer als eine Krankenhaus-Geburt.
Du hast ja bei Bedarf deine eigene Hebamme, die sich für dich einsetzt und dir durch deinen Geburtsprozess hilft. Auch im Krankenhaus wäre es großteils nur eine Hebamme, die dich durch die Geburt begleitet.
Durch das Zuhause-Fühlen und meist bessere Loslassen ist eine Hausgeburt so eigentlich viel sicherer und unkomplizierter als jene, die im Krankenhaus stattfinden und dort auch oft als Kaiserschnitt enden.

{Meine Erfahrung}
Mit meinen damals 25 Jahren habe ich mich bei der ersten Schwangerschaft sofort für die Hausgeburt entschieden. Ich konnte es mir so gar nicht vorstellen dazu in ein Krankenhaus zu fahren.
Geburtshäuser habe ich mir zwar im Internet mal so angesehen, aber für mich war es eigentlich schnell klar: Ich bleibe einfach Zuhause und empfange mein Baby gleich in den eigenen vier Wänden.
Auch bei der zweiten Geburt war das kein Thema. Ganz klar: Hausgeburt. Ich wollte nicht gestört werden und mich ganz fallen lassen. Niemand der mir reinredet oder auch nur durch seine bloße Anwesenheit stört oder Energien in mein Feld bringt. Diese Hausgeburt fand schließlich dann auch als Alleingeburt statt. Das war eindeutig das Beste was mir passieren konnte.
Mich würden keine vier Pferde ins Krankenhaus bringen, um ein neues Leben aus mir heraus zu entbinden.

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In dankbarer Liebe
Ariella Sophie

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