Die Essenz der All-Ein-Geburt. Oder: Worum es eigentlich geht

kueste

Alleingeburt, Free Birth, Freie Geburt, Unassisted Childbirth, FlowBirth, Instinctive Birth, Geburt in Eigenregie, … Immer mehr neue Begriffe zum Thema Geburt findet man heute im Internet und jeder feiert damit den Aufbruch einer neuen Gebärkultur.
Diese Begriffe haben alle eines gemeinsam: Es geht um die selbstbestimmte und weibliche Urkraft, die in allen Frauen allmählich wieder erwacht und sie zurückholt in die natürliche Mutterschaft.

Mein Lieblingsbegriff ist und bleibt das Wort „Alleingeburt“, oder besser formuliert „All-Ein-Geburt“. Das trifft es meiner Meinung nach direkt auf den Punkt.

{Gegen alles und jeden}
Es geht nicht darum, dass man medizinische und ärztliche (Fach-)Hilfe verweigert oder stur gegen alles arbeitet und kämpft, das „unnatürlich“ scheint.
Es geht auch nicht darum, irgendjemanden – oder sich selbst – zu beweisen, dass man das schafft und ein Kind alleine gebären kann.
Es ist nichts, das man mit dem Verstand wirklich fassen könnte.
Es geht auch nicht darum einsam zu gebären. Sich dabei im Stich gelassen zu fühlen oder alleine stark sein zu müssen.
Es geht nicht darum, sein Kind zu gefährden oder etwas unvernüftiges zu tun. Es geht nicht darum, gegen Regeln zu verstoßen oder jemanden zu belehren.
Nein, um all das geht es nicht.

Aber es geht darum sich zu wehren, zu erwachen, sich einmal genau umzuschauen. Sich seine Verantwortung zurückzuholen und nicht mehr länger in der Opferrolle zu verweilen.

{All-ein}
Fühle dich nicht allein. Gebäre nicht einsam.
Fühle dich all-ein. Gebäre mit allem verbunden.
Mit deinem Körper, deinem Geist, deinem Kind, deiner Umgebung, deinen Mitmenschen, deinem Zuhause, mit dem ganzen Universum.
Fühle die Urkraft, die Kraft der Schöpfung, die Kraft deiner Weiblichkeit und deines Kindes.

{Alleingeburt heißt nicht alleine zu sein}
Es geht also nicht darum, dass du bei deiner Geburt ganz alleine sein musst. (Aber du kannst es, wenn du es möchtest)
Es geht darum mit allem verbunden zu sein. Dich als Ganzes zu spüren und eins zu sein mit allem was da ist.
Wenn du diese Essenz der All-Ein-geburt verstehst, kennenlernst oder erahnen kannst, dann bist du angekommen. Dann hast du einen Einblick in das erhalten, was in dir steckt, was dich ausmacht und wer du wirklich bist.

Viele können diesen Zustand jedoch wirklich nur erreichen, wenn sie alleine sind. Wenn sie die Einsamkeit aus dem Alleine-sein herausnehmen konnten und erkennen, wieviel Kraft dahinter verborgen ist.
Wenn sie erkennen, dass sie für sich selbst verantwortlich sind und diese Verantwortung niemanden abgeben können.

Wenn jemand da ist, fällt man leicht darauf hinein, die Eigenverantwortung abzugeben. Bewusst sowie auch unbewusst. Das fällt einem „Ungeschulten“ auch oft gar nicht auf. Oder erst im Nachhinein.
Erst wenn du dich bewusst damit beschäftigst, kommst du plötzlich aus dieser Ohnmacht heraus und erkennst auf einen Schlag wie verantwortslos (= du bist die Verantwortung los, weil sie jemand anderer hat) du dein ganzes Leben gelebt hast.

{Verantwortungsvoll}
Wenn du in deiner Mitte ruhst und deine Urkraft entdecken konntest, dann kannst du eine All-Ein-Geburt erleben, egal wo du bist, egal wer da ist, egal was im Außen gerade passiert. Denn dann bist du in deiner Zentriertheit angekommen und lässt dich nicht von Außen beeinflussen, denn das Außen gibt es nicht mehr: Du bist all-ein, es ist all-ein, alles ist Eines.
In diesem tranceartigen Zustand gebärst du dein Kind voller Glück und Zufriedenheit. Unbeschwert, beschwingt und freudig. Dein Körper tanzt mit den Geburtswellen und dein Baby tanzt mit dir.
Sei voller Verantwortung, bestimme dein Leben und deine Geburt, genieße es verantwortungsvoll und selbstbestimmt zu sein.

{Von alleine zu all-ein}
Ich hatte es bei meiner Alleingeburt dringend nötig plötzlich das Gefühl zu bekommen „alleine“ zu sein, als mein Partner nicht für mich da sein konnte. Genau diesen Moment habe ich gebraucht, um in meine volle Eigenverantwortung zu gehen, endlich loszulassen und all-ein zu sein.
Es war das Einzigartigste und das Beste was mir passieren konnte.

Nun – da ich weiß wie sich diese weibliche Urkraft, dieses selbstbestimmte Gebären, diese einzigartige Symbiose anfühlt – bin ich innerlich so gewachsen, dass ich bei einer nächsten Geburt einfach weiß, dass ich stark und sicher bin um all-eine zu gebären, wo auch immer, wer auch immer da ist oder welche Umstände im Außen auch sein mögen. Ich weiß wie ich meinen Fokus legen kann und während dem Geburtsprozess eins werde.

Danke für dieses Erlebnis, dieses Gefühl, diese Hoffnung.

{Du und deine All-ein-Geburt}
Es geht nur um dich und um dein Baby. Nur du kannst in dir spüren, was richtig für dich und dein Baby ist. Nicht dein Partner, nicht deine Mutter, nicht deine Hebamme, keine Ärzte – niemand. Nur du, ganz alleine.
Wenn du spürst, dass dich diese Idee der Alleingeburt in positive Schwingung versetzt und du es schon gar nicht mehr erwarten kannst dein Kind auf diese Weise zu gebären, dann bist du vermutlich in Resonanz mit dieser neuen/alten Gebärkultur.
Spüre in dich hinein, spüre die Freude, die Stärke, das Glück, dein Baby, deine Stärke, deine Kraft, deinen Frieden.
Und höre auf dich. Nur auf dich. Nicht auf deinen Partner, deine Mutter, nicht auf deine Hebamme oder irgendwelche Ärzte. DU bist dein Meister, du bist alles was du hast. Und nur dein Körper kann dein Kind auf die richtige Art und Weise gebären, so wie es für euch am Besten ist.

symbol_small

In dankbarer Liebe
Ariella Sophie

1 Kommentar zu “Die Essenz der All-Ein-Geburt. Oder: Worum es eigentlich geht”

  1. <3 sehr schön geschrieben!

    Den Fokus von "allein" zu "all-ein" zu legen, finde ich auch richtig gut! Ich hatte das bei meiner AG im Vorfeld auch bewusst gemacht: meine wichtigsten Freundinnen einbezogen und zur Geburtszeit "aktiviert". So wusste ich, dass ich völlig alleine war, und gleichzeitig verbunden mit mir wichtigen Menschen.

    Herzliche Grüße!
    Lucia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *